Neuigkeit: Studientag zum Thema Medienbildung ab 9 Uhr am Mo, den 06.11.2017 (Montag nach den Herbstferien) - unterrichtsfrei!
←  Zurück zur Startseite

Am 08. September 2017 waren wir, der Grundkurs DS(Q3), mit den Lehrerinnen Frau Petersen und Frau Kutz bei der Premiere des Theaterstücks „67/871 MYTHOS&TRAGÖDIE“. Das überwiegend russischsprachige Stück erlaubte, mit Hilfe von Dokumenten von Zeitzeugen wie Briefe und Interviews, einen authentischen Einblick in den Überlebenskampf der russischen Familien zur Zeit der Belagerung Leningrads, dem heutigen Sankt Petersburg. Die Premiere fand am Jahrestag des Beginns der Leningrader Blockade, am 08.09.1941, statt. Bewegend war insbesondere, dass auch Überlebende die Vorstellung besuchten.

Diese Exkursion diente am Anfang des Schuljahres als Einstieg in das Format des dokumentarischen Theaters. Zuvor besuchten wir einen eintägigen Workshop, der uns die Theatermethodik näher bringen sollte und uns historisch dem Thema näherte.

Uns war im Vorhinein bewusst, dass die Erinnerungen an das schwerwiegende Verbrechen der Wehrmacht in Deutschland und Russland unterschiedlich sind. Sowohl das Theaterstück als auch der Workshop haben uns dabei geholfen, vor allem die russische Perspektive auf das Geschehen besser zu verstehen. Insbesondere die Notlage und das Leiden der Menschen, deren Einzelschicksale sind uns bewusster geworden.

In dem Workshop hatten wir die Möglichkeit, uns mit den Requisiten und Dokumenten zu beschäftigen, die später auch im Stück genutzt wurden. Nach einer Dokumentenanalyse sollten wir uns eigene kurze Szenenskizzen ausgehend von den Dokumenten und mit diesen Requisiten überlegen. Besonders interessant fanden wir, die Inszenierung der Schauspieler am späteren Abend dahingehend anzuschauen. Somit konnten wir nicht nur neue Möglichkeiten der Umsetzung mit diesen Dokumenten kennen lernen, sondern auch diese mit unseren vergleichen und uns vielleicht auch über Ähnlichkeiten freuen.

Während des Workshops betreute uns ein Teil des Theaterteams, welches uns für jeglichen Fragen zur Verfügung stand. Da wir selbst miterleben konnten, wie herausfordernd das Inszenieren ausgehend von Dokumenten ist, waren wir begeistert darüber, wie spannend, authentisch, emotional und aufklärend das Stück über die Leningrader Blockade dann war. Es hat uns unter anderem dazu angeregt darüber nachzudenken wie schnell sich Perspektiven ändern können und wie wichtig es ist, sich immer beide Seiten eines Verbrechens anzuhören.

Victoria L. und Pele B.