Neuigkeit: Studientag zum Thema Medienbildung ab 9 Uhr am Mo, den 06.11.2017 (Montag nach den Herbstferien) - unterrichtsfrei!
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Q1/2 Darstellendes Spiel (Petersen)

„Ehe und Familie vor! Stoppt Gender-Ideologie und Sexualisierung unserer Kinder“

So heißt der Slogan des Bündnisses „Demo für alle“, das sich 2014 im Zuge der Debatte um den neuen Bildungsplan in Baden-Württemberg gegründet hat. Traditionsbewusste FamilienschützerInnen kämpfen Hand in Hand mit der Deutschen Evangelischen Allianz und PolitikerInnen der AfD und CDU. Die Tatsache, dass in Baden-Württemberg in Schulen bald auch Regenbogenfamilien, Patchworkfamilien oder Ein-Elternfamilien als gelebte Realität Erwähnung finden sollen, bereitet ihnen Angst. Ebenso, dass Schüler*innen bald lernen sollen, dass es neben heterosexuellen auch viele andere Lebensweisen gibt. Sie haben also Angst. Angst wovor? Man fürchtet eine „pädagogische, moralische und ideologische Umerziehung“ und wünscht sich bitte mehr Toleranz gegenüber der diskriminierten Mehrheit!

"Wir als heterosexuelle Mehrheit fühlen uns diskriminiert. Eltern, hier geht es um Leben und Tod!"

Genau! – Wie soll das deutsche Volk überleben, wenn am Ende alle „homo“ sein wollen? DAS fragt man sich zurzeit nicht mehr nur in der AfD.

„Und wenn aber dann Schwule und Lesben Familien gründen, dann gibt es doch auch Kinder...?“ wendet Friedrich dagegen ein. Friedrich ist unser fiktiver Held, der Dreh- und Angelpunkt unseres Stücks. Während seine Eltern gegen die „Ideologie des Regenbogens“ kämpfen, verliebt er sich ... in X ... Und dann fragt Friedrich sich was ganz anderes:

„Wer bin ich?“, „Wer bist du?“, „Wen liebe ich?“, „Wie wichtig ist dein Geschlecht für mich?“ „Was bin ich?“ und schließlich „Was wäre, wenn ich...?“ und er hat Angst. Angst wovor? Sein Leben nicht leben zu dürfen wie er möchte, geduldet zu sein, verfolgt zu werden.

In unserem Stück verflechten wir Zitate der Debatte um den Bildungsplan und Texte aus der Genderforschung mit der Geschichte von Friedrich. Hierbei verweben sich die Stimmen der Figuren mit denen von uns selbst. Wir fragen nach Geschlechtsidentitäten, nach Erziehung, nach Aufklärung – AUTSCH – wir sind mitten drin! Sexualerziehung durch ein Stück über Sexualerziehung?! Was in Baden-Württemberg Empörungswellen ausübt, leben wir hier und jetzt am Schiller-Gymnasium. Gut, dass es in Berlin die AV27 gibt.