Neuigkeit: Kompetenztage am Schiller-Gymnasium: Di+Mi vor den Herbstferien, am 17. und 18.10.2017
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Gaudis Prinzip dieses Gebäudes basierte auf Pfeilern aus Stein, Ziegelstein oder Eisen, die eine relativ freie Gestaltung der Innenräume ermöglichte, weil die Trennwände keine tragende Funktion hatten. Auch die Fassade wird damit zu einer äußerlichen Verkleidung, die durch Eisenstreben mit dem Innenbau verbunden ist. Dadurch ergab sich die Möglichkeit  große Fenster zu gestalten, die viel Licht in die Wohnungen brachten.

Der große Innenhof sorgte ebenfalls für viel Luft und Licht und als Gemeinschaftsraum für die Hausbewohner.

Das Untergeschoss diente als Garage, die erste Etage als Kohlelager und eine Anlage für fließendes Wasser und Heizung für das gesamte Gebäude, was zur damaligen Zeit als Luxus galt.

Aus mathematischer Sicht war für uns das Dachgeschoss, die damalige Waschküche, besonders interessant. Es setzt sich aus 273 Kettenbögen aus glattem Ziegelstein zusammen. Hier konnten wir die Umsetzung des Prinzips der Kettenlinie in der Bauweise sehen und viele Gipsmodelle, an denen das Prinzip verdeutlicht wurde. Denkt man sich eine hängende Kette um, erhält man einen Bogen, der einfach zu bauen und selbst tragend ist und weder Strebebögen noch Strebepfeiler benötigt.

Gaudi hat einfache Skizzen zu seinen Ideen angefertigt, nach denen dann maßstabgetreue Gipsmodelle gebaut wurden. Er entwickelte eine neue Arbeitsmethode, das so genannte Hängemodell. Auf eine große Arbeitsplatte wurde das geplante Geschoss gezeichnet, danach aufgehängt und mit unterschiedlich langen Seilen behängt, die an zwei Punkten befestigt wurden. Auf diese Weise ergaben sich die Kettenbögen, die durch weitere Hilfsbögen dann irgendwann die Gestalt des Gebäudes annimmt. Im Dachgeschoss der Casa Mila konnten wir das anhand eines Hängemodells und einem darunter liegenden Spiegel gut nachvollziehen.