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Thema: Jugendkriminialität von Migranten / EU-Beitritt der Türkei / Zypern-Frage?


2 Berichte vom PW-Profilkurs:

Nach Ansicht von Özcan Mutlu ist Jugendgewalt ein großes Problem unserer Gesellschaft und ein bedeutendes gesamtgesellschaftliches Problem zugleich. Es ist Fakt, dass die Zahl der Migranten unter jugendlichen Straftätern hoch ist. Zur Lösungssuche gehört an erster Stelle, das Problem zu benennen und darüber zu diskutieren. Bei der Debatte um Jugendkriminalität muss endlich anerkannt werden, dass es sich hierbei nicht um ein Problem der Herkunft handelt, sondern dass es vielmehr ein Problem der "sozialen Schieflage vieler Familien mit Migrationshintergrund" sei. Zahlreiche Studien bestätigen, dass diese Familien überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit, Armut und schlechter Bildung betroffen sind. Anstatt Lösungen zu finden, haben die regierenden Politiker in Hessen einen eiseren Wahlkampfpopulismus betrieben, in dem sie Vorurteile gegenüber Ausländern benutzen, um ihren eigenen Interessen nachgehen zu können.

Für die Erziehung der Kinder und Jugendlichen sind in erster Linie die Eltern verantwortlich. Jedoch darf nicht vergessen werden, dass die meisten Eltern selber eine schlechte Bildung genossen haben und geringe bis keine Kenntnisse über das deutsche Schulsystem aufweisen können. Somit können sie ihre Kinder bei Problemen in der Schule nicht unterstützen. Für Özcan Mutlu ist die Konsequenz daraus, neben der Stärkung der Bildungsinstitutionen, der Jugendhilfe und der Jugendgerichte besonders die Förderung der Eltern.



von der 11EU

 

Am 6. Mai hatten wir, als Jahrgangsstufe 11 der Schiller-Oberschule Charlottenburg-Wilmersdorf, das Glück Herr Özcan Mutlu, Bildungspolitischen Sprecher der Bündnis90/Grünen, für ein 2-stündiges Gespräch begrüßen zu dürfen. In diesem sollten hauptsächlich Fragen der Integration, sowie dem Beitritt der Türkei zur EU gestellt, besprochen und diskutiert werden.

Die Moderatoren begannen die Diskussion mit der Frage, woher die Gewaltbereitschaft bei ausländischen Jugendlichen komme. Herr Mutlu meinte, dass man bei der Beantwortung dieser Frage einen Schritt zurückgehen müsse, da das Problem ihren Ursprung in der Perspektivlosigkeit Jugendlicher mit Migrationshintergrund habe, dies jedoch die Gewaltbereitschaft nicht entschuldige. Von den Schülern kam nun die Frage, ob die Einführung von Gesamtschulen, d.h. die Abschaffung des 3-gliedrigen Schulsystems dieses Problem lösen könnte, in dem es mehr Chancen für alle bereitstellen würde. Özcan Mutlu bejahte diese Frage, da, seiner Meinung nach, Gesamtschulen die Schwächen des Schülers erkennen und diese individuell unterstützen. Er meinte jedoch auch, dass es lange dauern würde, bis man eine solche Reform durchbringen könnte und man sich deshalb lieber auf den Ausbau der Ganztagsschulen konzentrieren müsse. Doch nicht nur die Schulform stehe der Chancengleichheit im Weg, sondern auch die „Null Bock"-Einstellung der Schüler, welche oft durch Disinteresse der Eltern herbeigeführt werde. Deshalb sollten Lehrer, Eltern und Schüler in Zukunft enger zusammenarbeiten. Ein weiteres Problm in der Bildung stelle die Ausgrenzung verschiedener kultureller Gruppen dar. Wir alle sollten danach streben, nicht nur in der Bildung für Chancengleichheit zu sorgen.

Nun schwenkte die Diskussion zum Thema des Beitritts der Türkei zur EU um. Özcan Mutlu wurde besonders nach den Vorteilen für beide Seiten und den noch bestehenden Problemen in der Türkei befragt. ER sei der Meinung, dass die Türkei ein junges und dynamisches Land sei, welches schon viele Sachen nach dem Westen gerichtet habe. Der Beitritt sei außerdem wichtig für die EU, da viele Erdöl- und Gasleitungen durch die Türkei laufen und da durch eine intensivere Partnerschaft, als sie zurzeit besteht, Kontrolle auf andere nahöstliche Staaten ausgeübt werden könne. Er sieht die Meinung, dass die Türkei noch zu viele Probleme mit ihrer Religion und Regierungsform lösen muss, bevor sie in die EU eintreten kann, als kein gültiges Argument an, da Länder wie Griechenland, Spanien und Portugel sich in der selben Situation befanden, bevor sie der Eu beigetreten sind. Vielmehr hat die EU Angst, dass die Türkei zu viel Einfluss in der westlichen Welt haben könnte. Doch sie solle diese Angst überwinden und erkennen, dass der Beitritt eine bessere Integration türkischer Bürger in Europa mit sich ziehen würde. Außerdem sei die Turkei ein lohnenswerter Partner, da sie z.B. eine große Rolle im Frieden zwischen Israel und Syrien gespielt hat. Auch für die Türkei würde der Beitritt große Vorteile haben. Somit würde, laut Mutlu, verhindert werden, dass die Türkei dem Beispiel Irans folgt und einen Rückfall erleidet.

Wie bei fast jeder Diskussion von einem derartig umfangreichem Thema war die Zeit leider zu knapp um alle Fragen zu beantworten. Wir denken jeder Schüler hat etwas aus diesem Gespräch mitgenommen. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Özcan Mutlu, dass er sich die Zeit genommen hat um mit uns zu diskutieren. Obwohl warscheinlich jeder Schüler froh war aus dem stickigen Musikzimmer zurück an die frische Luft zu gelangen, hoffen wir bald wieder so eine interessante Diskussion zu führen.


Louise B.Matthias D.