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Besuch von Arnold Vaatz, MdB

Aus Anlass des 20. Jahrestages der Wiedervereinigung führte der LK PW (3. Sem.) drei Frage- und Diskussionsrunden mit Zeitzeugen aus verschiedenen politischen Richtungen (die Linke , CDU, FAZ-Redakteurin). Alle Diskussionspartner hatten die friedliche Revolution auf der Ostseite der Mauer erlebt.

Am Mittwoch, den 6. Oktober, bekam unser PW-Leistungskurs Besuch von Arnold Vaatz (MdB, CDU). Nachdem wir uns bereits mit Fr. Enkelmann und Fr. Mönch über 20 Jahre Einheit unterhalten hatten, war Herr Vaatz unser dritter und letzter Gesprächspartner.

Bevor unser Gespräch begann, schauten wir uns gemeinsam eine Bundestagsrede (Thema: 20 Jahre Deutsche Einheit / 30.09.10)  des Eingeladenen an, um einen ersten Eindruck zu gewinnen. Zur Vorbereitung hatten wir unter anderem einen Zeitungsartikel gelesen, in dem Herr Vaatz sich kritisch gegenüber den Ostdeutschen äußerte, sie seien zu undankbar. 

Wir begannen nun mit unseren Fragen zum Thema 20 Jahre Deutsche Einheit und Leben in der DDR.

Im Gegensatz zu unseren vorherigen Gesprächspartnern hörte sich Herr Vaatz erste mehrere unserer Fragen an, machte sich Notizen und beantwortete diese dann im Anschluss. Da nicht jede Frage direkt beantwortet wurde, verzögerte sich die Intensität der Antworten manchmal etwas.

Herr Vaatz bezeichnete die DDR als eine „Art Gefängnis“, in dem einem die Freiheit entzogen wurde. Hiermit wird seine Einstellung gegenüber der DDR sehr deutlich. Als Bürgerrechtler war er im Neuen Forum aktiv.

Als nach einer heutigen „Mauer in den Köpfen“ gefragt wurde, betonte er, dass der Ost-Ost-Gegensatz ein wesentlich größerer sei als der zwischen West und Ost. Ein Ost-Ost-Gegensatz ist uns in unseren drei Gesprächen sehr wahrnehmbar gewesen.
Durch überlegte, sachliche Antworten und durch ein bestimmtes Auftreten war der Bundestagsabgeordnete in Herrn Vaatz gut zu spüren. Im Laufe unseres Gesprächs lockerte sich aber die Atmosphäre, besonders als wir auf das Thema Schule zusprechen kamen.


Beim Thema Schule sind wir ja schließlich praxiserprobte Fachleute. Am Schulsystem der DDR kritisierte Herr Vaatz die ideologische Prägung und den fehlenden Wettbewerb zwischen verschiedenen Systemen.


Dennoch konnte er der Schule auch Positives abgewinnen. Das Leistungsprinzip, das Fordern der Schüler mit dem notwendigen Druck sieht der Abgeordnete als etwas Gutes an, was heute wieder stärker in Vordergrund gerückt werden sollte. Herr Vaatz nannte uns als Beispiel, dass nach einer Klassenarbeit eine Rangfolge aufgestellt wurde. Soll heißen, der beste Schüler war auf dem ersten, der Schüler mit der schlechtesten Note dementsprechend auf dem letzten Rang.
Diese Rangfolge war der ganzen Klasse sichtbar und sollte dem Ehrgeiz dienen, damit man sich hocharbeitet. Hier traf Herr Vaatz auf relativ großen Widerstand unsererseits (ob das wohl auch etwas mit unserer gerade geschriebenen PW-Klausur auf sich hatte oder daran lag, dass einige einfach nur an ihre letzte Mathe-Klausur dachten?).
Auf Nachfrage sagte Herr Vaatz, er sei immer auf den Plätzen 1-5 dieser Rangfolgen gewesen. Dies sorgte für ein überraschtes Raunen der Schüler, woraufhin er aber zugab, dass es auch eine Phase gab, in der er etwas abgerutscht sei. Als der junge Vaatz nämlich sein neues Moped hatte, war er „woanders auf Platz Eins!“ (Zitat eines amüsierten Schülers).

Nach einer interessanten und zwischenzeitlich auch unterhaltsamen Doppelstunde bedankten wir uns für den Besuch mit einem kleinen Präsent, welches den Berliner Weinvorrat unseres Gastes vor dem Aus rettete, wie er uns erfreut mitteilte.
Jannes L.

Presse

Der ehemalige DDR-Bürgerrechtler aus Dresden rechnet zur Einheitsfeier ab. Aber auch Wessis kriegen ihr Fett weg.

Bild rechts: "Sind wir wirklich undankbar?"

Maik Grodde (36, li.), Bauarbeiter: „Ganz unrecht hat der Mann nicht. Es gibt schon viele, die undankbar sind.“ Kollege Uwe Kröner (51) dagegen: „Ach, diese Vorwürfe sind doch völlig aus der Luft gegriffen.“

Vaatz gegenüber BILD: „Mich stört die Undankbarkeit vieler Ostdeutscher. Die Solidarleistung wird teilweise mit wutverzerrtem Gesicht und verstockter Undankbarkeit entgegengenommen.“