Neuigkeit: Theater Q2 Ltz, Ktz am 3.+4. Juli 19 Uhr Aula
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Die weißrussische Journalistin und Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch bekommt den Literaturnobelpreis 2015. Das Komitee zeichnet die 67-jährige Autorin am 08.Oktober 2015 für ihr Werk aus, "das dem Leiden und dem Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt".

 

Alexijewitsch, geboren 1948 im ukrainischen Stanislaw, hat den Untergang des sowjetischen Herrschaftssystems in den neunziger Jahren erlebt, aber schon zuvor die Krisenzeichen Afghanistankrieg und Tschernobyl zum Gegenstand ihrer Unterhaltungen mit Sowjetbürgern gemacht, die von diesen Ereignissen persönlich betroffen waren: durch tote Angehörige, durch den Verlust ihrer Heimat oder ihrer Gesundheit. Nach dem Kollaps der Sowjetunion weitete Alexijewitsch ihre Erkundungen aus. Die Summa ihres schriftstellerischen Werks, das 2013 erschienene monumentale Buch „Secondhand-Zeit – Leben auf den Trümmern des Sozialismus“, versammelte ein ganzes Stimmkonzert, das vom Scheitern einer großen gesellschaftlichen Illusion erzählt – ein fürwahr tragischer Chor, in dem aber jede Stimme für sich individuell erklingt.

Mit Werken wie "Der Krieg hat kein weibliches Gesicht" (1985) über Rotarmistinnen im Zweiten Weltkrieg und "Die letzten Zeugen" über die Geschichte ihrer Familie im Krieg und unter Stalin hat sie sich einen Namen gemacht. Auch schrieb sie über den sowjetischen Afghanistankrieg ("Zinkjungen", auf deutsch 1992 erschienen) und die Atomkraft-Katastrophe in Tschernobyl.