Neuigkeit: Elternabend (Oberstufe) zum Thema: "Abitur und was dann? - Wie kann ich mein Kind bei der Berufszielfindung unterstützen?", 23.11.17, 19 Uhr, R 201
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2015

Die weißrussische Journalistin und Schriftstellerin Swetlana Alexijewitsch bekommt den Literaturnobelpreis 2015. Das Komitee zeichnet die 67-jährige Autorin am 08.Oktober 2015 für ihr Werk aus, "das dem Leiden und dem Mut in unserer Zeit ein Denkmal setzt".

Alexijewitsch, geboren 1948 im ukrainischen Stanislaw, hat den Untergang des sowjetischen Herrschaftssystems in den neunziger Jahren erlebt, aber schon zuvor die Krisenzeichen Afghanistankrieg und Tschernobyl zum Gegenstand ihrer Unterhaltungen mit Sowjetbürgern gemacht, die von diesen Ereignissen persönlich betroffen waren: durch tote Angehörige, durch den Verlust ihrer Heimat oder ihrer Gesundheit. Nach dem Kollaps der Sowjetunion weitete Alexijewitsch ihre Erkundungen aus. Die Summa ihres schriftstellerischen Werks, das 2013 erschienene monumentale Buch „Secondhand-Zeit – Leben auf den Trümmern des Sozialismus“, versammelte ein ganzes Stimmkonzert, das vom Scheitern einer großen gesellschaftlichen Illusion erzählt – ein fürwahr tragischer Chor, in dem aber jede Stimme für sich individuell erklingt.

Mit Werken wie "Der Krieg hat kein weibliches Gesicht" (1985) über Rotarmistinnen im Zweiten Weltkrieg und "Die letzten Zeugen" über die Geschichte ihrer Familie im Krieg und unter Stalin hat sie sich einen Namen gemacht. Auch schrieb sie über den sowjetischen Afghanistankrieg ("Zinkjungen", auf deutsch 1992 erschienen) und die Atomkraft-Katastrophe in Tschernobyl.

2016

Bob Dylan geboren am 24. Mai 1941 als Robert Allen Zimmerman in Duluth, Minnesota, ist ein US-amerikanischer Musiker und Lyriker. Er gilt vielen als einer der einflussreichsten Musiker des 20. Jahrhunderts. „Für seine poetischen Neuschöpfungen in der großen amerikanischen Songtradition“ (Pressemitteilung: Svenska Akademie) wurde ihm 2016 als erstem Musiker der Nobelpreis für Literatur zuerkannt.
Dylan ist Sänger und spielt Gitarre, Mundharmonika, Orgel sowie Klavier. Nachdem er seine ersten Erfolge als Folkmusiker erzielt hatte, wandte er sich Mitte der 1960er Jahre der Rockmusik zu, schöpfte aber im Laufe seiner Karriere auch aus anderen Musiktraditionen wie Country, Blues, Gospel und dem Great American Songbook. Dylans Texte im Verbund mit der musikalischen Darbietung und Aufführungspraxis zeichnen sich durch vielschichtige Bezugsebenen aus, in denen high culture und popular culture aufeinandertreffen. In sein Werk eingewoben sind Referenzen auf zahllose Gestalten der amerikanischen und europäischen Musik- und Literaturgeschichte
Seit 1996 wurde Dylan immer wieder als Anwärter auf den Literatur-Nobelpreis gesehen. Eine von den Schriftstellern John Bauldie und Allen Ginsberg geleitete Kampagne führte 1996 zu seiner ersten offiziellen Nominierung. Unterstützt wurde sie auch von dem Literaturprofessor Gordon Ball, der Dylans Texte in ihrem „außergewöhnlich einfallsreichen Symbolismus“ mit Arthur Rimbaud und William Butler Yeats vergleicht.  Geschmälert wurden Dylans Chancen indes dadurch, dass seine Songs nur im weiteren Sinne als Literatur klassifiziert werden können, da sie erst durch die musikalische Darbietung ihre Wirkung ganz entfalten.

2017

Der Literaturnobelpreis 2017 geht an den Schriftsteller Kazuo Ishiguro. Das hat die Schwedische Akademie am 05.10.17  in Stockholm bekanntgegeben und begründet das mit der „emotionalen Kraft“ von Ishiguros Romanen. Sie sieht diese Entscheidung gerade als geeignete Reaktion auf das Jahr, in dem er vergeben wird, einem hochpolitisierten mit Krisen rund um die ganze Welt, die etliche Autoren auf den ersten Blick plausibler hätten erscheinen lassen.

石黒一雄  ist am  8. November 1954 in Nagasaki, Japan geboren. Als er fünf Jahre alt war, zog seine Familie nach England.
Kazuo Ishiguro wuchs in Guildford, Surrey, auf. Er studierte zunächst Englisch und Philosophie und besuchte dann den Studiengang für Kreatives Schreiben.
Seine ersten beiden Romane A Pale View of Hills (Damals in Nagasaki, 1984) und An Artist of the Floating World (Der Maler der fließenden Welt, 1988) befassen sich mit den japanischen Kriegserfahrungen während des Zweiten Weltkriegs.  Für seinen dritten Roman, The Remains of the Day (Was vom Tage übrigblieb, 1989), erhielt er den Booker Prize. Dieses Werk wurde 1993 mit Anthony Hopkins und Emma Thompson verfilmt. Der Roman handelt von dem alternden Butler Stevens, der sich auf eine Reise durch England begibt.
1995 erschien The Unconsoled (Die Ungetrösteten) und im Jahre 2000 veröffentlichte Ishiguro When We Were Orphans (Als wir Waisen waren), einen Detektivroman, der sowohl in England als auch in China spielt. 2005 erschienen der Roman Never Let Me Go (Alles, was wir geben mussten) über menschliche Klone als Organspender, der auch verfilmt wurde und 2015 The Buried Giant (Der begrabene Riese).