Neuigkeit: Studientag zum Thema Medienbildung ab 9 Uhr am Mo, den 06.11.2017 (Montag nach den Herbstferien) - unterrichtsfrei!
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16.6.12

- Besuch der Friedrich-Ebert-Stiftung

- politische Stadtrundfahrt durch den palästinensischen Teil von Jerusalem  und die Westbank   

Unser erster richtiger Tag in Israel und in Jerusalem war zugleich der anspruchsvollste, zumindest in meinen Augen. Wir begannen den Tag mit einem Vortrag in der Friedrich-Ebert Stiftung über die Lebensumstände von Palästinensern in Ost-Jerusalem, der West Bank und dem Gaza Streifen. Der Einstieg war gelungen, wenn auch schon sogleich heftig und ich hatte zum ersten Mal das Gefühl, wirklich einen Überblick des Konfliktes zu haben. Aber die wirkliche emotionale Auseinandersetzung mit dem Thema kam erst danach. Gemeinsam mit unserem Reiseführer machten wir uns auf den Weg nach Ost-Jerusalem und in eine israelische Siedlung in der West Bank. Gefesselt von der Spannung zwischen den beeindruckenden wie auch verstörenden Bildern, die sich uns boten, half mir vor allem unser Reiseführer, der mit seiner Ironie einem erlaubte, das Erlebte auch später zu verarbeiten und sich nicht vollkommen überwältigen zu lassen, aber gleichzeitig auch umso mehr schockierte und aufzeigte, wie undemokratisch diese doch scheinbare Demokratie handelt.

In Ost-Jerusalem wird Palästinensern der Häuserbau nicht genehmigt, sie dürfen nicht an Wasser und Abwasserkanälen teilhaben und in der West Bank liegt neben einer israelischen Siedlung, die mehrere Swimmingpools besitzt, eine palästinensische, die nur wenige Tage in der Woche in irgendeiner Form Zugang zu Wasser hat.

 

„When ignorance reigns, lives are lost“ steht als Graffiti auf der Wand zwischen Jerusalem und der West Bank. Aber ist es Ignoranz? Willkür? Angst? Willentliches Weggucken? Auf jeden Fall ist es kompliziert. Und wie bei jeder Art von Konflikt gibt es unterschiedliche Seiten und auf jeden Fall leiden Menschen. Das ist auch der Grund, warum man beide Seiten irgendwie erfasst, es aber doch so schwer ist, sie beide gleichzeitig zu verstehen. Es ist immer leicht, mit dem Finger zu zeigen, auf Schwarz und Weiß zu zeigen und es auch so zu sehen. Aber hier scheint alles grau. Denn so gut ich zu erklären und verstehen vermag, ich kann es doch nicht rechtfertigen.

Unser israelischer Reiseführer verabschiedete uns mit den Worten, dass wir in der Position sind, etwas zu tun, etwas zu ändern. Wir sollten aufhören, so viel Angst zu haben, Israel zu kritisieren. Politisch und Ökonomisch ist Deutschland in der Position, für weniger Ungerechtigkeit zu sorgen, vielleicht macht das wieder etwas von unserer dunklen Vergangenheit gut, auf jeden Fall gelingt das eher dadurch als durch Wegsehen.

„When ignorance reigns, lives are lost.“ (Hannah)

17.6.12

- Führung durch das religiöse Jerusalem

- Gespräch mit Freiwilligen der Aktion Sühnezeichen Friedensdienst 

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