Neuigkeit: Theater Q2 Ltz, Ktz am 3.+4. Juli 19 Uhr Aula
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4.1 Lage und Gebäude

Die bis zur Gründung Groß-Berlins 1920 selbständige Stadt Charlottenburg, Teil des heutigen Bezirks Charlottenburg-Wilmersdorf, erstreckt sich heute vom im Westen gelegenen Olympiastadion über die barocke Schlossanlage Charlottenburg, den Kurfürstendamm und den Zoologischen Garten in östlicher Richtung bis zum Tiergarten im Bezirk Mitte. Zentral und verkehrsgünstig am Ernst-Reuter-Platz, direkt an der Technischen Universität und der Universität der Künste gelegen, befindet sich das Schiller-Gymnasium, als Regelgymnasium und Standort der „Staatlichen Europa-Schule Berlin“, im urbanen Umfeld der Charlottenburger City.

Das denkmalgeschützte Schulhaus mit seiner stilvollen Aula ist in den Jahren 1911 – 1913 erbaut und 2004  umfangreich  renoviert worden. Das Gebäude umschließt den 2001 neu gestalteten Innenhof mit seinen ruhigen Nischen und Sportflächen im Grünen. Durch eine Gebäudeerweiterung verfügt unsere Schule über ein großzügiges Raumangebot; eine ausreichende Anzahl Klassenräume und insgesamt über 40 gut ausgestatte Fach- und Vorbereitungsräume stehen zur Verfügung. (Tabellarische Zusammenstellung Anlage Kap. 16) 

Die Aula wurde im Schuljahr 2009/10 komplett renoviert und als Ort der Begegnung umgestaltet.

4.2 Schüler, Lehrer, Eltern

Fast 900  Schüler besuchen die Schule. Sie werden in den Jahrgangstufen 7-10 in fünf Parallelklassen unterrichtet. Wegen der großen Nachfrage werden die 7. Regelklassen mit 32 Schülern eingerichtet, während sich die meist geringere Größe der Europa-Klassen nach der Anzahl der Übergänger aus den Europa-Grundschulen und der mindestens gleich gut qualifizierten Quereinsteiger richtet.

Die Schülerschaft des Schiller-Gymnasiums setzt sich zu 81 Prozent aus Schülern mit deutscher Staatangehörigkeit zusammen. Insgesamt stammen die Schüler aus 59 Ländern. Einen  deutlichen Anteil daran haben durch die Staatliche Europa-Schule Berlin  Schüler mit englischsprachigem Hintergrund.

Das Angebot der Schule und ihre verkehrsgünstige, zentrale Lage führen dazu, dass sich das Einzugsgebiet der Schule über 11 Bezirke und bis nach Brandenburg erstreckt, bei deutlichem Schwerpunkt in der Region Charlottenburg-Wilmersdorf. Mit jeweils mehr als 5 Prozent sind die Bezirke Tempelhof-Schöneberg, Mitte, Steglitz-Zehlendorf, Friedrichshain-Kreuzberg und Spandau beteiligt.

Nach dem Wachstum in den zurückliegenden Jahren und dem Aufbau des Europazuges weist das ca. 80 Personen umfassende Lehrerkollegium bei einem Durchschnittsalter von 45 Jahren eine ausgewogene Alters- und Fächerstruktur auf. Die ausländischen Lehrkräfte erteilen als Muttersprachler Unterricht in den Fremdsprachen, in der Europa-Schule auch in den englischsprachigen Sachfächern.

Viele Vorhaben der Schule werden von der sehr aktiven Elternvertretung angeregt, fördernd begleitet oder selbst durchgeführt. Das Spektrum reicht von der intensiven Mitarbeit bei der Erarbeitung der Schulordnung und des Schulprogramms, über die Unterstützung der Schülervertretung und vielfältiger schulischer Projekte, die Mitwirkung bei Veranstaltungen und bei der Erweiterung des Angebots der Schule, die Förderung der Kooperation in der Schule, die Schaffung und Entwicklung externer Kontakte bis zur Vertretung der Interessen der Schule gegenüber der Senatsschulverwaltung und dem Bezirksamt.

Seit 2000 gibt es einen Förderverein, der die Schule in jeder Hinsicht unterstützt. Die Mehrheit seiner Mitglieder wird von der Elternschaft gebildet, die übrigen Mitglieder sind Lehrer, Schüler oder Ehemalige. Einige der zahllosen Vorhaben haben eine erfreuliche Langzeitwirkung entfaltet und helfen der Schule außergewöhnlich stark. Dazu gehören u.a. die Einrichtung und Betreibung einer Cafeteria, die Organisation und Betreuung des jährlichen Schulfestes, der Abschluss eines Kooperationsvertrages zur Schulbuchbeschaffung, die Unterstützung von Klassenfahrten und Schüleraustauschen und die Absicherung der Systemverwaltung der komplexen Computer-Anlage der Schule. 

4.3 Schulleben

Als regelmäßige Veranstaltungen der Schule bereichern Konzerte, Sport- und Spieletage, Sommerfeste, Podiumsdiskussionen, Projekttage, Lesewettbewerbe ebenso wie das Angebot an – teilweise auch von Eltern oder Schülern organisierten – Arbeitsgemeinschaften das Schulleben.

In der 9. Klasse absolvieren  die Schüler ein dreiwöchiges Betriebspraktikum.
Weitere externe Veranstaltungen sind der Girls´ Day und der Techno-Club der Technischen Universität. Die  Schüler nehmen teil an Austauschfahrten nach England, Frankreich, Italien und Russland. Sie messen sich im Sport und in Wettbewerben in den Fremdsprachen oder im Debattieren.
Alle  Schüler profitieren von der Öffnung der Schule nach außen durch Kontakte zu kulturellen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Einrichtungen von regionaler, nationaler oder sogar europäischer Bedeutung.

Die Bereitschaft der Schule zur Erprobung neuer Wege, etwa als Modellschule bei der Ausstattung mit Computern und deren Vernetzung, als eine der Projektschulen der pädagogischen Schulentwicklung oder als Pilotschule im Rahmen des Schulversuchs  „Staatliche Europa-Schule Berlin“ bewirkt ein ständiges Überdenken der Unterrichts- und Erziehungsarbeit und wirkt auf diese positiv zurück.


4.4 Fachbereiche

4.4.1 Deutsch

„Es ist nichts als die Tätigkeit nach einem bestimmten Ziel, was das Leben erträglich macht.“ (F. Schiller)
Friedrich Schiller, der Namenspatron unserer Schule, ist dem Idealismus verbunden, ein ewig Suchender und Zweifelnder, der sich durch stete Unrast und den unbändigen Willen zur Vervollkommnung auszeichnete und damit bereits in seiner Zeit die Herausforderung des lebenslangen Lernens verkörperte. So kann uns  Lehrern der Schiller-Oberschule aus diesem Patronat die Verpflichtung erwachsen, die Jugendlichen bei ihrer Suche nach Lebenszielen zu unterstützen, ihnen die dazu notwendigen Kenntnisse und Fertigkeiten zu vermitteln und ihnen auf diesem Weg möglichst mannigfaltige Anregungen zu geben.

Dem Fach Deutsch kommt dabei eine sicherlich zentrale Bedeutung zu, ist doch die deutsche Sprache in den meisten Fächern Unterrichtssprache und werden hier in besonderem Maße fachübergreifend relevante Methoden vermittelt. Und gerade für die Jugendlichen, die im häuslichen Umfeld wenig Gelegenheit haben, Deutsch zu sprechen, und diejenigen, die insgesamt eher weniger Möglichkeiten zu einer standardsprachlichen Auseinandersetzung finden, ist die integrative Kraft des Deutschunterrichts im Hinblick auf ihren schulischen Erfolg und die Vorbereitung auf ihr späteres Leben besonders wichtig.

Deshalb sehen wir die Schwerpunkte unserer Arbeit im Fach Deutsch in Abstimmung mit den Vorgaben des Rahmenlehrplans und den curricularen Vorgaben in folgenden Bereichen:
·        der Erweiterung von Sprachkenntnissen sowie der Schulung der mündlichen und schriftlichen Sprachverwendung. Der seit diesem Schuljahr gültige neue Rahmenlehrplan für die Klassen 7-10 spricht hier von Lese- und Schreibkompetenz sowie der Entwicklung von Kompetenzen in den Bereichen Sprechen und Zuhören. Wir haben uns im Rahmen von Teamsitzungen und Fachkonferenzen mit einer inhaltlichen Passung dieses Rahmenlehrplans im Hinblick auf die Erfordernisse und Schwerpunkte unserer Schule intensiv beschäftigt und ein vorläufiges Modell erarbeitet, das wir regelmäßig evaluieren und optimieren werden.
·        der Erarbeitung von Fachinhalten und unterschiedlichsten Problemstellungen im Gespräch und im Vortrag. In Präsentationen von Einzel- und Gruppenarbeiten werden Arbeitsergebnisse vor der Klasse dargeboten, womit auch auf die Erfordernisse neuer Prüfungsformen – im Mittleren Schulabschluss und für die 5. Prüfungskomponente im Abitur – vorbereitet wird und die  Schüler für ihr Leben nach der Schule wesentliche Schlüsselkompetenzen (Team-, Diskurs-, Durchsetzungs- und Kompromissfähigkeit) erwerben. Durch sog. kooperative Arbeitsformen wollen wir – in Abstimmung mit dem Leitbild – die Eigenverantwortung der  Schüler fördern.
·        dem Prinzip eines problemorientierten Deutschunterrichts, in dem wir besonderen Wert legen auf die Ausbildung von - auch fachübergreifend wesentlichen -  Argumentations- und Urteilsfähigkeit; zur Erreichung dieses Ziels erproben wir unterschiedliche Diskussionsformen und erarbeiten und üben wir von der siebten Klasse an unterschiedliche Formen des argumentierenden, erörternden Schreibens. Ferner ist eine Rhetorikeinheit in der 10. bzw. 11. Klasse verpflichtend, insbesondere als Vorbereitung auf das Kolloquium im Rahmen der Abiturprüfung.
·        der Erschließung wesentlicher Werke der älteren, aber auch der aktuellen deutschen Literatur, um die  Schüler zu möglichst wachen Leserinnen und Lesern auszubilden, die kompetent, kritisch und aktiv am literarischen Leben teilnehmen können. Zu diesem Zweck erweitern wir unseren recht umfangreichen Lektürenbestand regelmäßig um aktuelle Titel und diskutieren im Fachbereich die literarische Relevanz von Neuerscheinungen. Außerdem beziehen wir das Thema „Buchvorstellung“ regelmäßig und in unterschiedlichen Klassenstufen in unsere Unterrichtsplanung ein.
·        einer aktiven Teilnahme am literarischen Leben Berlins; z.B. durch Exkursionen zu kulturell signifikanten Orten, durch Theater- und Kinobesuche, Autorenlesungen sowie Museums- und Ausstellungsbesuche. Vor allem in diesem Rahmen bemühen wir uns um die Akzentuierung fachübergreifender Aspekte.
·        dem kompetenten, verantwortungsbewussten und kritischen Umgang mit modernen Medien; so erarbeiten wir in unterschiedlichen Klassenstufen – meist projektbezogen - Recherchemöglichkeiten und -grenzen im Internet und beteiligen uns an dem Projekt „Zeitung und Schule“.
In unserem Fachbereich arbeiten zur Zeit vierzehn Kolleginnen und Kollegen und drei Lehramtsanwärter absolvieren hier ihren Vorbereitungsdienst. Gerade von der intensiven Zusammenarbeit mit zwei Ausbildungsseminaren im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf vermag der Fachbereich durch die stetige Aktualisierung von Methoden und Materialien zu profitieren.
Für die Sekundarstufe I haben wir in diesem Schuljahr damit begonnen, ein auf den neuen Rahmenplan bezogenes Lehrwerk (deutsch.ideen – Ein Sprach- und Lesebuch) anzuschaffen, welches zunächst für die siebten Klassen vorhanden ist und dann sukzessive für die Klassen 8-10 bereitgestellt wird.
In der Sekundarstufe II bilden die Grundlage das Arbeitsbuch „Blickfeld Deutsch“, welches sich auch im Hinblick auf die Vorgaben des Zentralabiturs als gut geeignet erwiesen hat, sowie ausgewählte Monographien aus unserem breit gefächerten Lektürenbestand.
Dem Fachbereich stehen zwei Fachräume zur Verfügung, die über Overhead-Projektoren sowie Video- und DVD-Abspielgeräte verfügen. Darüber hinaus können aber auch die umfangreichen Medienräume der Schule für einen modernen, mediengestützten Unterricht (z.B. mit Beamer und PC) genutzt werden.
In einer Schülerbibliothek finden die Jugendlichen neben zahlreichen fremdsprachlichen Titeln auch deutschsprachige Literatur.

Unterrichtsentwicklung und Zusammenarbeit im Fachkollegium

Die Koordinierung der Unterrichtsplanung für die Sek I und die Sek II anhand der neuen Rahmenplanvorgaben sowie der Vorgaben in den Fachbriefen Deutsch und der Informationen von den Regionalkonferenzen wurde fortgesetzt.
Der Fachbereich konnte besonders von der Arbeit einer schulinternen Fortbildung ( 12.03.09 ) und eines Studientages (25.06.09 ) profitieren, erstere bezüglich der kriteriengestützten Klausurkorrektur anhand von Online-Gutachten in der Sek II sowie der Studientag zur Überarbeitung des schulinternen Fach- und Methodencurriculums.
In diesem Rahmen wurden die innerhalb des Fachbereichs Deutsch geltenden Maßnahmen zur Vereinheitlichung der Leistungsbewertung anhand von Beispielen aus dem laufenden Unterricht erprobt; die sich daraus ergebenden Erkenntnisse führten zu weiteren Beschlüssen bezüglich der Korrekturen, insbesondere von Oberstufenklausuren, aber auch im Hinblick auf die seitens des Senats geplante kriterienorientierte Korrektur der sprachlichen Richtigkeit in der Sek I.
Besonders in Hinblick auf die Erfordernisse von MSA und Zentralabitur konnte die Arbeit in Jahrgangsteams weiter intensiviert werden. Im Fokus der Zusammenarbeit standen hier Fragen der Korrektur des MSA, einer stringenten Vorbereitung des MSA und ihrer spezifischen Aufgabenformate, vor allem in der Doppeljahrgangsstufe 9/10 und in der Oberstufe die Planung der Grund- und Leistungskurse anhand der Vorgaben für das Zentralabitur und der Curricularen Vorgaben für die Sek II.
Die im Schuljahr 08/09 begonnene Sammlung von Klassenarbeits- und Klausurthemen in einem Ordner hat sich als hilfreich und sinnvoll für die Zusammenarbeit im Kollegium erwiesen.
Mit Hilfe des Sekretariats konnten die Lektürebestände digital aufgenommen werden.
Ein spezieller Fachraum  für die Fächer Deutsch und Ethik konnte bezogen werden, dessen Einrichtung ( Internetanbindung, Zusammenführung der Sammlung versch. Lehr- und Lernmaterialien soll im 1. Halbjahr 09/10 erfolgen ).


Besondere Unterrichtsprojekte – auch fachübergreifend – auch Unterricht an außerschulischen Lernorten - Kooperationen

Für das Schillerjahr 2009 aus Anlass des 250. Geburtstages des Namenspatrons unserer Schule wurde beschlossen, die Behandlung möglichst vieler Werke Schillers in den Deutschunterricht einzubinden, um die Identifikation unserer Schülerinnen und Schüler mit ihrer Schule zu erhöhen. Daraus ergaben sich einige szenische Projekte bezüglich der Dramen „Die Räuber“ und „Kabale und Liebe“.
Auch zu Balladen Schillers wurde in der Sek I kursübergreifend ( Bezüge mit Kunst und Geschichte) gearbeitet.
- Exkursionen nach Weimar zur Vertiefung der Unterrichtsarbeit
- Exkursionen von Grund- und Leitungskursen zur Leipziger Buchmesse
- Exkursion eines Leitungskurses auf den Spuren Heinrich Heines
- Nach erfolgreicher Teilnahme bereits im Schuljahr 07/08 wiederum ertragreiche Teilnahme an der Deutscholympiade der 9. Klassen bis in die nationale Endrunde.
- Planung und Durchführung von zwei Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Geschichtslehrerverband Berlin und der technischen Universität, einmal zur DDR-Geschichte mit Professor Klaus Schröder und zweitens zur Antikenrezeption mit Herrn Professor Dr. Stahl und Herrn Professor Dr. Dahlheim
- Zusammenarbeit mit Lehmanns Buchhandlung ( Vorstellung versch. Neuerer Werke der Jugendliteratur )  zur Intensivierung der Nutzung unserer Schülerbücherei
- Nutzung von Angeboten von Berliner Tageszeitungen, insbesondere in der 8. und 9. Klasse
- Häufige Besuche von Theateraufführungen und Workshops im Rahmen der theaterpädagogischen Arbeit der Berliner Bühnen
- Verstärkte Einbeziehung von Filmanalyse ( wie es in den neuen Rahmenlehrplänen ausdrücklich gefordert wird



Fortbildungen



Neben Berichten von den regionalen Fachkonferenzen zur Sek I und zur Sek II und zu DaZ im Rahmen von Briefen an die Fachkonferenzmitglieder und kurzen Dienstbesprechungen fanden Fortbildungsveranstaltungen verschiedener Verlage statt. Diese galten vor allem der Unterstützung der Arbeit mit den neuen Rahmenrichtlinien. Ergebnisse wurden von den besuchenden Kolleginnen und Kollegen in die Fachbereichsarbeit eingebracht.
Die bereits angesprochene schulinterne Fortbildung zur Korrektur von Oberstufenklausuren am 12.03.09 fand im Fachkollegium großen Anklang, vor allem wegen der Praxisorientiertheit, so dass beschlossen wurde, solche Veranstaltungen zu wiederholen.
Wir sind besonders daran interessiert, Fortbildungsmöglichkeiten zu Methoden der Differenzierung im Unterrichtsgeschehen zu eruieren und werden verstärkt Veranstaltungen zu den Schwerpunkten des Zentralabiturs besuchen; so z.B. am 17. 09. zum 3. Kurssemester
( Roman im Realismus; Theodor Fontane ).


Vorhaben

Die im Jahr 08/09 erfolgreiche Arbeit ( z.B. Jahrgangsteams ) soll fortgesetzt werden.
In der praktischen Unterrichtsarbeit liegt das Hauptaugenmerk darauf, Möglichkeiten der Differenzierung zu erarbeiten und zu erproben.
Bei der Weiterarbeit am schulinternen Curriculum soll der fächerübergreifende Ansatz verstärkt werden; das bereits integrierte Methodencurriculum soll überprüft und ggf. modifiziert werden, vor allem in Zusammenarbeit mit den anderen Fachbereichen.
Die Testformate des MSA sollen stärker in die Arbeit der Klassenstufe 7/8 einbezogen werden.
Für die Sek I soll für die kriteriengestützte Beurteilung der sprachlichen Richtigkeit in Aufsätzen ein Formblatt erarbeitet werden.
Die Lesebereitschaft der Schülerinnen und Schüler soll stärker durch geeignete Projekte, ggf. auch klassenübergreifend und durch unterstützende Arbeitsgemeinschaften gefördert werden.
Die Lektürebestände sollen zusammengeführt, die Ausleihmodalitäten verbessert werden.
Die Einrichtung des Fachraumes Deutsch soll abgeschlossen werden.
Die Erarbeitung von Methodenblättern für das Fach Deutsch soll initiiert werden.
Die Dokumentation der Fachbereichsarbeit in Ordnern und auf der Homepage soll weitergeführt und intensiviert werden.  

4.4.2 Fremdsprachen

Die Schiller-Oberschule als Standort der Staatlichen Europa-Schule Berlin mit den Partnersprachen Englisch und Deutsch setzt neben dem durch den Europazug gegebenen Schwerpunkt grundsätzlich auf die Förderung aller unterrichteten Fremdsprachen: Englisch als 1. und 2. Fremdsprache, Französisch als 1. und 2. Fremdsprache, Italienisch und Latein als 3. Fremdsprache. Das Latinum kann mit Abschluss des 4. Kurssemesters erlangt werden. Spanisch wird als Arbeitsgemeinschaft und Russisch als Vorbereitungskurs für die Teilnehmer am Austausch mit unserer Partnerschule in St. Petersburg angeboten.

Da wir neben unseren engagierten Fachkollegen in allen Fremdsprachen auch Kollegen aus den entsprechenden Ländern (Muttersprachler) haben, prägt der interkulturelle Austausch sowohl die unterrichtsbezogene Arbeit als auch die außerunterrichtliche Projektplanung.                

In Zusammenarbeit mit den in Berlin ansässigen Kulturinstituten (Institut Français, Italienisches Kulturinstitut, British Council) werden Projekte wie Autorenlesungen, Seminare und die Teilnahme an Wettbewerben organisiert. Dabei waren unsere Schüler bereits 2005 und 2006 Sieger im „Debating“–Wettbewerb, sowohl in Englisch als auch Französisch mehrfach erfolgreiche Teilnehmer am Bundeswettbewerb Fremdsprachen sowie Teilnehmer am „Prix de Lycéens Allemands“ 2006 und 2007, in Latein Teilnehmer am Potsdamer Lateintag. Museumsbesuche, Theatervorstellungen, Filmbesuche und Autorenlesungen sowie Expertenbefragungen in der Fremdsprache werden in die Unterrichtsarbeit ebenso integriert wie die Nutzung unserer Computeranlage zur Internetrecherche und zur Projektarbeit. Interessierte Schüler können an der Vorbereitung zu Fremdsprachenzertifikaten (Cambridge Tests, internationales Sprachdiplom DELF, externes Fremdsprachenzertifikat CILS – Certificato Italiano come lingua straniera) teilnehmen.

Der Fachbereich Fremdsprachen hat in allen Sprachpartnerländern engen Kontakt zu einzelnen Partnerschulen, mit denen jährliche Austauschfahrten stattfinden, an denen vordringlich Schüler der Jahrgangsstufen 9, 10 und 11 teilnehmen. Mit Lateinkursen werden Projektfahrten nach Rom und Trier durchgeführt. Darüber hinaus werden für einzelne Schüler dreimonatige Aufenthalte in Frankreich und Italien ermöglicht. Die Orte und Schulen sind in der Anlage 6 zusammengestellt.
In allen Fremdsprachen finden zur Unterstützung und Ergänzung der intensiven Arbeit im Unterricht in den Leistungskursen der Sekundarstufe II Kursfahrten in die fremdsprachlichen Zielländer statt.

Zur Förderung der Lesebereitschaft in den Fremdsprachen führen wir in enger Kooperation mit Eltern des Fördervereins Autorenlesungen an der Schule durch und organisieren Leseinitiativen in unserer Schülerbücherei. Unsere regelmäßige Teilnahme an Projekten zur Stärkung des Europagedankens war stets von der Idee der Sprachenvielfalt geleitet. Dabei wurden regelmäßig Veranstaltungen im Rahmen der Europawoche auch in Zusammenarbeit mit Eltern geplant und durchgeführt.

Der integrative Ansatz unseres Europaschulkonzeptes soll durch den geplanten Einsatz von Schülern der Sekundarstufe II zur Förderung der Fremdsprachenkompetenz von Mitschülern der Sekundarstufe I gestärkt werden.
Das bisher Erreichte nachhaltig zu festigen und weiterzuentwickeln ist vordringliches Vorhaben im Fachbereich. Dabei steht der Teamgedanke im Vordergrund, der die aktive Zusammenarbeit von Schülern, Eltern und Lehrern als Grundlage hat.

4.4.3 Musisch-künstlerischer Bereich

Musik

An der Schiller-Oberschule wird das Fach Musik durch einige Abweichungen von der regulären Stundentafel besonders gestärkt. In den Klassenstufen 7 und 8 findet der Unterricht ganzjährig zweistündig statt. In der 10. Klasse wird das Wahlpflichtfach Musik angeboten. Für den Mittleren Schulabschluss ist die „Prüfung in besonderer Form“ auch in Musik möglich. In der Klassenstufe 11 werden Basis- und Profilkurse angeboten, in der Qualifikationsphase Grund- und Leistungskurse. Die zu erreichenden Kompetenzen und Standards sowie die Unterrichtsinhalte orientieren sich am Rahmenlehrplan der Berliner Schule und werden durch die schulinternen Fachpläne auf die individuelle Situation der Schiller-Oberschule abgestimmt.              

Für die Schüler des SESB- Zuges gilt in Musik die gleiche Stundentafel wie für die Schüler des Regelzuges. Für die Schüler des Europazuges ist die Unterrichtssprache im Fach Musik Englisch. Die zu erreichenden Kompetenzen und Standards sowie die Unterrichtsinhalte orientieren sich ebenso wie im Regelzug am Rahmenlehrplan der Berliner Schule, aber unter Einbeziehung des National Curriculum.                  

Der Fachbereich bietet zahlreiche außerunterrichtliche Aktivitäten in Form von Arbeitsgemeinschaften an: Acoustic Band, Chor, Gitarrenensemble, Orchester, Jazz Ensemble, Workshop Musik und Literatur.                       

Regelmäßig lädt der Fachbereich Musik zu themengebundenen Musikabenden ein, die auch andere Fachbereiche (z. B. Deutsch, Sport, Kunst) sowie z. T. ungewöhnliche Aufführungsorte (Schulhof, Wandelkonzert im Treppenhaus) einbeziehen. Diese Konzerte werden  zusätzlich auf den jährlich stattfindenden Fahrten der Ensembles u.a. in die Musikakademie Rheinsberg  durch intensive Probenarbeit vorbereitet.             
Der Fachbereich Musik hat enge Kontakte zu den drei Opernhäusern der Stadt. Schülergruppen aller Altersstufen nehmen regelmäßig an Führungen, Workshops, öffentlichen Generalproben und Aufführungen der drei Opernhäuser teil und einzelne Schüler absolvieren dort ihr Betriebspraktikum.                    
Kontakte bestehen auch zu den Berliner Philharmonikern durch den Besuch öffentlicher Proben.
Es existiert eine Zusammenarbeit mit der Abteilung für Schulmusik der Universität der Künste in Berlin, außerdem ist die Schiller-Oberschule Standort eines Fachseminars Musik.

Vorgesehen sind:

  • Förderung der musikpraktischen und künstlerischen Ausdrucksfähigkeiten der Schüler durch regelmäßige musikpraktische Arbeitsphasen in Unterricht und in den angebotenen Arbeitsgemeinschaften,
  • Sensibilisierung für kulturelle Werte durch einen vielseitigen Unterricht, der mehr und mehr fächerübergreifende und fächerverbindende Aspekte einbezieht,
  • Stärkung der Zusammenarbeit der Kollegen im Fachbereich durch die Planung und Durchführung gemeinsamer Unterrichtsprojekte,
  • Weitere Förderung des selbstständigen Arbeitens und Lernens der Schüler durch Übung und Festigung der Methoden des eigenverantwortlichen Lernens im Musikunterricht,
  • Fortsetzung und Intensivierung der Zusammenarbeit mit kulturellen Einrichtungen der Stadt,
  • Verstärkung der Dokumentation und Veröffentlichung von Unterrichtsergebnissen zur besseren Darstellung und Präsenz des Fachbereichs Musik in der Schule,
  • Vergrößerung unsere Ensembles und Stärkung der Instrumentalisten und Solisten durch vielfältige Auftrittsmöglichkeiten.

Bildende Kunst 

Diesem Fachbereich stehen drei Kunsträume und drei Werkräume mit Sammlungs- und Vorbereitungsräumen zur Verfügung. Der Unterricht wird von vier Lehrkräften und derzeit zwei Referendaren gestaltet, die im regen Austausch mit den Lehrkräften neue Unterrichtsmethoden und -inhalte verfolgen und mit den Schülern erproben.
In den Klassenstufen 7/8 und 9/10 legt der Unterricht künstlerisches Basiswissen in den Schwerpunktbereichen Zeichnen und Malen. Hier wird insbesondere eine Verbindung zwischen Kognitivem und Haptischem gesucht. Inhaltlich werden diese Schwerpunkte mit drucktechnischen Verfahren ergänzt. Der Unterricht führt die Schüler sukzessive an soziale Kompetenzen wie Eigenverantwortlichkeit und Urteilskraft heran, um diese in der Oberstufe weiter entwickeln und differenzierter anwenden zu können. Insbesondere im Leistungskurs der Oberstufe werden neue und eigenständige Unterrichtsvorhaben favorisiert. Regelmäßige Ausstellungen im Hause, Ausstellungsbesuche sowie künstlerisches Arbeiten vor Ort (in Zusammenarbeit mit dem Museumspädagogischen Dienst) stützen und ergänzen den Unterricht. Die Zusammenarbeit mit außerschulischen Lernorten - eine Verbindung zu wirtschaftlichen Institutionen, wie z.B. eine Fachbuchhandlung als Ausstellungsfläche und einem künstlerischen Wettbewerb der Fuhrgewerbeinnung Berlin-Brandenburg sowie Architekturmodelle als Ausstellungsobjekte einer Wohnungsbaugesellschaft - soll Verbindungen zwischen den Bereichen Schule und Gesellschaft knüpfen. Der Fachbereich Bildende Kunst arbeitet bereits mit verschiedenen Fachbereichen des Hauses in projektorientierten Unterrichtsmodellen zusammen.         

Angestrebt werden ein verstärkt mediengestützter Kunstunterricht sowie eine erweiterte praxisnahe Arbeit im Werkstattbereich, die besonders den Leistungskursschülern zugute kommen soll. Weiterhin soll die Zusammenarbeit mit außerschulischen Lernorten - etwa die eines Kostümateliers (historische Mode) und ein Projekt an der Universität der Künste (Konzepte der Malerei) - ausgeweitet werden. Eine erweiterte Ausstellungsfläche im Hause wird gewünscht (System von Galerieleisten), um Schüler auch hier intensiver in konzeptionelle Ausstellungsprozesse einbinden zu können.

4.4.4 Gesellschaftswissenschaften und Ethik

Gesellschaftswissenschaften

Den Gesellschaftswissenschaften stehen moderne, mit Computer und Internetanschluss ausgestattete Fachräume sowie eine umfangreiche Mediensammlung, bestehend aus Atlanten, Wandkarten, Folien, Videofilmen und DVDs zur Verfügung. Die in diesem Fachbereich unterrichtenden Lehrkräfte treffen regelmäßig Absprachen über gemeinsam anzustrebende Schwerpunkte im Hinblick auf Methoden- und Fachkompetenzen.  

Dazu werden schulinterne Curricula erarbeitet, die den neuen Erkenntnissen der Lernforschung gerecht werden. So liegt ein Schwerpunkt der pädagogischen Arbeit darauf, die Schüler zu eigenverantwortlichem und handlungsorientiertem Arbeiten anzuleiten. Dabei werden historische, zeitgeschichtliche und raumbezogene Fachkompetenzen erworben.   
Der Fachbereich Gesellschaftswissenschaften besitzt zahlreiche Kontakte zu außerschulischen Institutionen, wie z.B. zum Europäischen Parlament, zum Bundestag und zum Senat sowie zum <st1:PersonName>Deutsch</st1:PersonName>en Entwicklungsdienst. Darüber hinaus werden regelmäßig Exkursionen zu außerschulischen Lernorten im In- und Ausland organisiert und durchgeführt.    

Im Europazug werden die Fächer Geographie, Geschichte, Sozialkunde und Politikwissenschaft in englischer Sprache in der Regel von Muttersprachlern erteilt. Zudem wird in den genannten Fächern auch ein Drittel der Inhalte des National Curriculum in die Unterrichtsarbeit einbezogen.     
Der Fachbereich Gesellschaftswissenschaften strebt einen verstärkten fachübergreifenden Projektunterricht an. Dazu sollte ein ganztägiger Projekttag wenigstens einmal pro Schuljahr zu einem gesellschaftlich relevanten Themenkomplex stattfinden. Außerdem wollen Politikwissenschaften und Geographie zum Thema Globalisierung enger kooperieren. Weiterhin sollen Zeitzeugen und Entwicklungshelfer in den Unterricht eingeladen werden. Der Fachbereich Geographie strebt darüber hinaus eine engere Zusammenarbeit mit dem Ostasiatischen Institut der Freien Universität Berlin an.        

Der Fachbereich Gesellschaftswissenschaften will auch zukünftig anlässlich von Wahlen zum Abgeordnetenhaus Probewahlen unter der Schülerschaft des Schiller-Gymnasiums durchführen und aus gegebenen Anlässen Tage der Politik initiieren.

Ethik

Das Fach Ethik wurde in Berlin mit dem Beginn des Schuljahres 2006/2007 eingeführt; es wird an der Schiller-Oberschule in allen siebten Klassen mit zwei Wochenstunden unterrichtet.

Momentan stehen für den Unterricht zwei Kollegen zur Verfügung, die auf der Basis des vorliegenden Rahmenlehrplans und des vom Lisum erarbeiteten Unterrichtsmaterials erste Erfahrungen in den fünf Lerngruppen sammeln konnten. Diese sind in jeder Hinsicht als positiv zu bezeichnen; die Schüler stehen dem neuen Fach offen und motiviert gegenüber, das Gesprächsbedürfnis scheint groß.
In den ersten Wochen ist es im Unterricht vor allem darum gegangen, eine Gesprächskultur zu entwickeln und den Jugendlichen ein Gefühl dafür zu vermitteln, welche Möglichkeiten das neue Unterrichtsfach bietet.

Ausgehend von der Lebens- und Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler, die durchaus in den Lerngruppen unterschiedlich sind, wird die Reflexion gefördert, im Dialog können sich soziales und politisches Handeln erweisen und bewähren.

Dabei werden die Unterrichtsthemen jeweils aus drei verschiedenen Blickrichtungen betrachtet, zunächst der individuellen, dann der gesellschaftlichen und schließlich der ideengeschichtlichen Perspektive.

Mit der fachübergreifenden und fächerverbindenden Zielstellung, zur bewussten Wahrnehmung gesellschaftlicher Veränderungen und zur Reflexion darüber anzuleiten, wird das Fach Ethik den Fächerkanon der politischen Bildung bereichern können.

 Vorgesehen sind:

  • Die Zusammenarbeit der Kollegen wird noch stärker institutionalisiert und erweitert werden.
  • Die Entwicklung gemeinsamer Unterrichtsreihen wird angestrebt.
  • Ein Schwerpunkt muss in der Entwicklung von Aufgabenformaten für die Tests liegen; die ersten Erfahrungen liegen vor und können Basis von Evaluation und Weiterentwicklung sein.
  • Für die Bewertung im Ethik-Unterricht müssen transparente und einheitliche Rahmenrichtlinien entwickelt werden.

4.4.5 Mathematik

Den Vorgaben der mathematischen Kompetenzbereiche und Leitideen in den neuen Rahmenlehrplänen entsprechend werden neue Aufgaben und Fragestellungen entwickelt und eingesetzt. Besonderer Wert wird hierbei auch auf das Erlangen von Grundfertigkeiten und der sprachlichen Beschreibung mathematischer Sachverhalte gelegt. Die Erläuterung der Lösungswege ist ebenso wichtig wie die Lösung selbst. Zur individuellen Lernförderung kann Hausaufgabenbetreuung durch Schüler angeboten werden. Es stehen Kompetenzraster zur Verfügung, die mit Übungs-, Wiederholungs- und Auffrischaufgaben versehen zum selbständigen Arbeiten genutzt werden können.

In der gymnasialen Oberstufe werden die Schüler auf die Zentralprüfungen durch Einsatz von anwendungsorientierten Aufgaben vorbereitet und es wird verstärkt problemorientiert und realitätsbezogen gearbeitet.
Der Unterricht in Mathematik findet vorwiegend im Klassenverband statt. Da in jedem Klassenraum ein OH-Projektor vorhanden ist,  können die im Fachbereich vorhandenen OH-Modelle der elektronischen Taschenrechner eingesetzt werden. Der Fachbereich organisiert  die Anschaffung eines einheitlichen Taschenrechners für alle Schüler, so dass mit den vorhandenen OH-Modellen Einklang besteht.

Darüber hinaus stehen an allen Rechnern der Schule in den Medienräumen und über mobile Beamer am Notebook verschiedene Mathematikprogramme wie Derive, DynaGeo, GeoGebra und MatheAss zur Verfügung.

Der Fachbereich unterstützt die Teilnahme an mathematischen Wettbewerben; mit wachsender Begeisterung nehmen die Schüler diese Angebote auch wahr (z.B. 2006 ca. 250 Teilnehmer am internationalen Känguru-Mathematikwettbewerb).

4.4.6 Naturwissenschaften

Der naturwissenschaftliche Unterricht findet in zehn modern ausgestatteten Fachräumen statt. In mehreren Räumen können auch Schüler experimentieren. Die Sammlung ist auf zehn Räume verteilt und wird regelmäßig erneuert und ergänzt, um den Anforderungen eines zeitgemäßen naturwissenschaftlichen Unterrichts zu entsprechen.

Die Umsetzung der Rahmenlehrplanvorgaben zu einem schuleigenen pädagogischen Handlungskonzept wurde bereits wie folgt eingeleitet:

In der Jahrgangsstufe 7 findet in den Regelklassen „naturwissenschaftlicher Unterricht“ mit Themen aus den Fachrichtungen Biologie, Chemie und Physik während vier Unterrichtsstunden in der Woche statt.  Hierfür stehen Lehrkräfte mit der erforderlichen Fächerkombination zur Verfügung, die in einem kompetenzorientierten Unterricht die fundamentalen Inhalte aller drei Naturwissenschaften vermitteln. Dazu wurde ein vorläufiger Fachplan entwickelt, der verstärkt fächerübergreifende Aspekte berücksichtigt und auf dessen Grundlage gemeinsame naturwissenschaftliche Kompetenzen gezielt erarbeitet und geübt werden, um Redundanzen zu vermeiden. In diesem Unterricht werden die  Schüler zum eigenverantwortlichen Arbeiten angehalten und unterstützt mit dem Ziel, vernetzt denken und arbeiten zu können.

In der 7. Klasse wird im Europazug Biologie in englischer und die anderen beiden Fächer werden in deutscher Sprache unterrichtet, so dass dort in der Regel zwei Lehrkräfte den Unterricht erteilen. Der sexualkundliche Unterricht wird in den Klassenstufen sieben und neun von einer Frauenärztin gestaltet. Dabei werden die Inhalte jahrgangsspezifisch auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler ausgerichtet und Mädchen und Jungen auch getrennt unterrichtet.

Der bereits begonnene „naturwissenschaftliche Unterricht“ mit Themen aus den Fachrichtungen Biologie, Chemie und Physik wird in der achten Jahrgangsstufe fortgesetzt, wozu das vorläufige schulinterne Curriculum weiterentwickelt wird und  zusätzlich Unterricht durch einen Physiklehrer vorgesehen ist.

Im naturwissenschaftlichen Fachbereich besteht mehrheitlich der Wunsch, in den Folgeklassen zu einem Themenkreis ganztägige Projekttage durchzuführen – eine Perspektive.
In allen Jahrgangsstufen wurde und wird das Lernen in der Schule ergänzt durch

  • die Nutzung der Angebote der Berliner Universitäten und Hochschulen, in Schülerlaboratorien zu arbeiten,
  • Besuche diverser Einrichtungen zum Experimentieren,
  • Besuche diverser Einrichtungen zu Gesprächs- und Beratungsrunden,
  • Teilnahme an Wettbewerben,
  • Besuche naturwissenschaftlicher Veranstaltungen und Ausstellungen 

4.4.7 Informatik/Informationstechnische Grundbildung (ITG)

Für den Informatik- und ITG-Unterricht stehen zwei Computerfachräume mit 13 bzw. 16 Arbeitsplätzen gleicher Ausstattung – alle vernetzt und mit Internetanschluss – und fest installiertem Beamer zur Verfügung. Für die selbständige Nutzung durch Schüler gibt es einen weiteren Raum mit neun Arbeitsplätzen.                  

Diese ausgezeichnete Ausstattung ist dem Umstand zu verdanken, dass das Schiller-Gymnasium Testschule bei der Entwicklung einer neuen Server/Router-Ausstattung ist. Als Korbit-Musterschule (Rechnerausstattung über Computer in der Schule) sind die Lehrer zu umfangreicher Fortbildung verpflichtet.                

Informatik-Unterricht wird für Schüler im Kurssystem angeboten und kann ein- oder zweijährig belegt und in die Gesamtqualifikation für das Abitur eingebracht werden.

Der Rahmenlehrplan für die gymnasiale Oberstufe – Informatik nennt als Ziel des Unterrichts „die Entwicklung einer Vorstellung von Informatik als Wissenschaft, die durch Abstraktion  und Modellbildung von speziellen Gegebenheiten absieht und dadurch zu den allgemeinen Gesetzen, die der Informationsverarbeitung zugrunde liegen, vorstößt.“ (S. 9)               

Ein Schwerpunkt des ersten Unterrichtsjahres ist – neben Datenschutz und Rechnerorganisation – die Programmentwicklung anhand praxisnaher Probleme. Um einen problemlosen Einstieg in die Programmentwicklung zu ermöglichen, wird mit der „Mini-Sprache“ Robot Karol begonnen, die auf einer variablenfreien Programmierung aufbaut. Hier werden die grundlegenden Kontrollstrukturen erarbeitet, die dann bei der objektorientierten Programmierung unter Delphi weiter verwendet werden.

Im zweiten Unterrichtsjahr bilden Datenbanken und ein größeres Softwareprojekt die Schwerpunkte. Da größere Softwareprojekte nicht von einem Schüler allein entwickelt werden können, fördert der Informatik-Unterricht die Entwicklung von Team- und Kommunikationsfähigkeit.

Der Informationstechnische Grundkurs wird seit 2006 im 1. oder 2. Halbjahr der 7. Klassen mit zwei Unterrichtsstunden pro Woche durchgeführt. Hier werden, aufbauend auf den Kenntnissen aus der Grundschule, die Fähigkeiten für die Nutzung der Computer im Fachunterricht und bei der häuslichen Arbeit frühzeitig bereitgestellt: Kenntnisse in der Textverarbeitung werden vertieft, ein Tabellenkalkulationsprogramm für die Nutzung z. B. im Mathematikunterricht wird eingeführt und Grundlagen der Präsentationstechnik als Hilfsmittel für Referate oder beim mittleren Schulabschluss werden vermittelt.

Durch den Austausch von Dateien werden die Schüler auch frühzeitig mit dem Arbeiten an einer Mehrplatzanlage vertraut.

Weiterhin werden auch exemplarisch Probleme des Datenschutzes und des Urheberrechts behandelt, das sind Unterrichtsinhalte, die – vom nicht verbindlichen Informatik-Unterricht abgesehen – in keinem anderen Unterrichtsfach zwingend vorgeschrieben sind.

In den Klassen des Europazuges wird der Unterricht im Allgemeinen auf Englisch erteilt.   

Informatik ist ein Gebiet, in dem die Entwicklung sehr schnell fortschreitet, was eine permanente Fortbildung der unterrichtenden Kollegen erfordert.            

Bei der Umsetzung des Rahmenlehrplanes in ein schulinternes Curriculum muss diese Entwicklung durch mögliche Aktualisierungen von Inhalten, Methoden und Konzepten (z. B. verwendete Softwareprodukte wie Programmiersprachen) berücksichtigt werden.

4.4.8 Sport

Der Fachbereich Sport orientiert sich an den Rahmenlehrplänen für die Sekundarstufe I und die gymnasiale Oberstufe der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport in Berlin.

Dabei bilden die großen Sportspiele, Leichtathletik, Geräteturnen und Gymnastik/Tanz die Hauptinhalte. Daneben werden fakultativ aber auch Sportarten wie Tischtennis, Badminton, Schwimmen oder Hockey angeboten.

Die Schule verfügt über eine große und eine kleine Sporthalle sowie ein Multifunktionsfeld. Darüber hinaus stehen zwei Sportplätze und eine zusätzliche Sporthalle im Bezirk zur externen Nutzung zur Verfügung. Auch der Große Tiergarten wird als naturnahe Laufstrecke in den Unterricht einbezogen.

Der dreistündige Unterricht in den Klassenstufen 7 – 11 (SESB zweistündig 7-10) findet in einem 90-Minuten-Block und einer Einzelstunde, in der Regel Jungen und Mädchen getrennt, statt. Ab der Klassenstufe 12 wird koedukativ in verschiedenen Kursen unterrichtet.

Im Mittelpunkt des Unterrichts steht die Aktivität des Lernenden. Über diese Aktivitäten sollen fachbezogene und überfachliche Kompetenzen wie selbstständiges und kooperatives Handeln bzw. ein souveräner Umgang mit Sprache und Wissen vermittelt werden. Hauptziel des Unterrichts ist, die Freude an sportlicher Betätigung zu vermitteln und zur Fairness im Umgang mit anderen und sich selbst zu erziehen. Ein wesentlicher Bestandteil zur Erreichung dieses Ziels ist das Spiel.

Der Fachbereich nimmt aktiv am Schulsport-Wettkampfprogramm des Landes Berlin teil. Besonders in Basketball, Schwimmen und in der Leichtathletik sind zahlreiche Erfolge gelungen. Um dies auch weiterhin zu gewährleisten, ist es möglich, sich außerhalb der Unterrichtszeit aktiv sportlich zu betätigen. Dafür stehen zahlreiche Arbeitsgemeinschaften wie Fußball, Basketball, Volleyball und Rudern zur Verfügung.

Auch die Bundesjugendspiele im Turnen sowie ein Sport- und Spieletag bereichern das vielfältige Angebot.

4.4.9 Religion  (evangelisch und katholisch)

Im Rahmen des Bildungsauftrags der Schule vermitteln wir unseren Schülern die Grundzüge der christlichen Religion, die unsere Kultur und unsere Gesellschaft entscheidend geprägt haben. Im Hinblick auf andere Religionen erziehen wir zu Achtung und Respekt vor Andersdenkenden. Wir vermitteln religiöse Kompetenz, die unsere Schüler in aktuellen Fragen entscheidungsfähig macht, und erziehen zu gewaltfreien Formen kritischer Auseinandersetzung. 

Zu unserem Fachbereich gehören drei Lehrkräfte, die ihren Unterricht in der Regel in den Klassenräumen erteilen. Für Recherchen im Internet, Arbeiten am Computer und für die Arbeit mit audiovisuellen Medien nutzen wir darüber hinaus regelmäßig die Computer- Fachräume. Als gemeinsames Projekt gestalten wir mit unseren Schülern und in Kooperation mit dem Fachbereich Musik die Weihnachtsandacht. Außerschulische Kontakte bestehen zu benachbarten Kirchengemeinden, zur Synagoge in der Pestalozzistraße, zur Moschee am Columbiadamm und zum Jüdischen Museum.
Aufgrund der Teilung in evangelische und katholische Religion können wir unseren Unterricht im Rahmen des Lehrplans in kleinen Gruppen schülernah gestalten und individuelle Neigungen und Fähigkeiten besonders berücksichtigen und fördern.
Im Blick auf die Zukunft bleibt es unser Ziel, die freie Wahlmöglichkeit zwischen Religion und Ethik in einem verbindlichen Wahlpflichtfach zu erreichen.
Ferner arbeiten wir an einer Beteiligung des Faches Religion am Mittleren Schulabschluss bei der Prüfung in besonderer Form und am Abitur in Form von Seminarkursen für die 5. Prüfungs-komponente.

4.5  Staatliche Europa-Schule Berlin (SESB)

Seit dem Schuljahr 1999/2000 ist die Schiller-Oberschule auch Standort der Staatlichen Europa-Schule Berlin für die Partnersprachen Englisch und Deutsch, und damit im Gymnasialbereich die weiterführende Schule für die Partnersprache Englisch.

In der Europa-Schule werden bis einschließlich 8. Klasse Kinder mit einem deutschen Familienhintergrund im Sprachunterricht in der Muttersprachengruppe Deutsch und Partnersprachengruppe Englisch unterrichtet. Kinder mit einem überwiegend englischsprachigen Familienhintergrund sind in der Muttersprachengruppe Englisch und Partnersprachengruppe Deutsch. Ab Klasse 9 wird die Trennung der Sprachengruppen aufgehoben. Sowohl Deutsch als auch Englisch wird auf Muttersprachenniveau unterrichtet.         

In allen anderen Fächern werden die Schüler der Sekundarstufe 1 im gemeinsamen Klassenverband unterrichtet. Etwa die Hälfte der Fächer (Mathematik, Physik, Chemie, Ethik, Bildende Kunst, Sport) wird auf Deutsch unterrichtet, die andere Hälfte (Geografie, Geschichte, Sozialkunde, Biologie, Musik, ITG) auf Englisch von in der Regel englischen Muttersprachlern und mit Elementen der nationalen Curricula der englischsprachigen Länder.

In den Europa-Klassen der Schiller-Oberschule wird der in der 5. Klasse der SESB-Grundschule begonnene Französisch unterricht fortgesetzt.  

Durch das besondere SESB-Partnersprachenmodell ist die Schiller-Oberschule nicht nur eine bilinguale, sondern auch eine bikulturelle Schule; Schüler und Lehrer verschiedener Nationalitäten arbeiten gemeinsam und bringen ihre jeweilige Kultur in das Unterrichtsgeschehen ein.        

An der Schiller-Oberschule bereiten sich alle Schüler auf das deutsche Abitur vor, das auch für ein Studium an britischen Universitäten anerkannt wird. Auch die SESB-Oberstufenschüler wählen ihre Grund- und Leistungskurse aus einer breiten Palette von Wahlmöglichkeiten. In der Europa-Schule werden zwei oder drei der fünf Prüfungsfächer im Abitur in englischer Sprache abgelegt.

Auch für die Europa-Schüler an der Schiller-Oberschule findet der Lernprozess nicht nur im Klassenraum statt. Es gibt eine Vielzahl von Aktivitäten, die außerhalb der Schule bzw. außerhalb des regulären Stundenplans stattfinden. Es werden Exkursionen  und Projekte – manchmal in Kooperation mit der Britischen Botschaft – durchgeführt. Seit drei Jahren nehmen SESB-Klassen an einem Filmprojekt in Kooperation mit dem internationalen Berlinale-Filmfest teil. Die Schüler gewinnen jedes Jahr Preise beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen. Es gibt viele künstlerische, musische und sportliche Arbeitsgemeinschaften am Nachmittag; unsere englische Theatergruppe ist besonders bei den jüngeren Schülern beliebt. Ältere Schüler des English Debating Teams sind in Wettbewerben besonders erfolgreich.                       

Im Sommer 2006 haben die ersten SESB-Schüler das Abitur mit überdurchschnittlichen Ergebnissen absolviert. Für ihren Erfolg mussten sie hart arbeiten, aber sie haben erkannt, dass sie an einem besonderen Bildungsgang teilnehmen konnten und schätzten die ihnen an der Europa-Schule gebotenen Möglichkeiten zur Horizonterweiterung. Diesen Weg will die SESB an der Schiller-Gymnasium weitergehen.             

Aufnahmebedingungen, Stundentafeln, Rahmenbedingungen und Wahlmöglichkeiten sowie Besonderheiten für die Oberstufe finden sich in den Anlagen 10 bis 15.