
Im Jahr 2025 fand bereits zum dritten Mal der deutsch-polnische Schüleraustausch zwischen dem Schiller-Gymnasium Berlin und dem Liceum Ogólnokształcące nr IV in Wrocław statt. Im Rahmen des Erasmus+-Programms erhielten die teilnehmenden Schüler:innen beider Schulen die Möglichkeit, sich intensiv mit europäischer Geschichte, politischer Bildung und gesellschaftlichen Fragestellungen auseinanderzusetzen – und dabei neue Kulturen und Perspektiven kennenzulernen.

Besuch in Wrocław – März 2025
Vom 17. bis 21. März reiste eine Berliner Schülergruppe nach Wrocław. Dort stand zunächst die Auseinandersetzung mit der jüngeren polnischen Geschichte auf dem Programm: Im Depot Wrocław erfuhren die Teilnehmer:innen mehr über den Widerstand gegen das kommunistische Regime in den 1980er Jahren. In Workshops beschäftigten sie sich mit der Arbeit oppositioneller Bewegungen und der heimlichen Verbreitung verbotener Materialien.

Am Nachmittag förderten Integrationsworkshops den Austausch zu Themen wie Stereotypen und Diskriminierung. In einem weiteren Workshop wurden die Auswirkungen von Desinformation und Fake News diskutiert. Der Besuch des Instituts für Nationale Erinnerung (IPN) ermöglichte schließlich einen vertieften Einblick in Überwachungsmethoden und die Aufarbeitung der kommunistischen Vergangenheit.

Gegenbesuch in Berlin – Mai 2025
Vom 19. bis 23. Mai war die polnische Schülergruppe zu Gast in Berlin. Gleich zu Beginn besuchten die Teilnehmer:innen Erlebnis Europa – eine multimediale Ausstellung zur Europäischen Union im Herzen Berlins.
Anschließend begaben sich die Jugendlichen auf eine Spurensuche durch Berliner Bezirke, bei der sie Stolpersteine dokumentierten und sich mit den individuellen Schicksalen von Opfern des Nationalsozialismus beschäftigten. In Potsdam besuchten sie das ehemalige Stasi-Untersuchungsgefängnis in der Lindenstraße. Dort führten sie ein bewegendes Gespräch mit dem Zeitzeugen Thomas Drescher.
Auch die Geschichte der Berliner Mauer wurde aufgegriffen – bei einem Fotoworkshop an der Gedenkstätte Berliner Mauer. Den Abschluss bildete der Besuch im Jüdischen Museum Berlin, wo die Schüler:innen in den Archiven das Schicksal jüdischer Familien mit Bezug zu Breslau (Wrocław) erforschten.
Der Austausch war für alle Beteiligten eine bereichernde und prägende Erfahrung. Neben der intensiven Auseinandersetzung mit historischen und aktuellen Themen stand vor allem der persönliche Kontakt im Mittelpunkt.
Wir freuen uns darauf den Austausch im Schuljahr 25/26 fortzuführen.
Das Projekt wurde von der Europäischen Union im Rahmen des Programms Erasmus+ finanziert.