Am 15.11.21, einem Montag, hat unsere Klasse (10eu1) zusammen mit Herrn Eberhard und Ms. MacDougall an einem Theater-Workshop im Maxim-Gorki-Theater teilgenommen. Das Thema: „Vater-Sohn Beziehungen“ und „Maskulinität“ in Bezug auf das Stück „In my Room“ von Falk Richters.
Wir begannen gleich mit einem sehr persönlichen Aufwärmspiel, in dem wir uns besser kennenlernten. Bei Aussagen, denen wir zustimmten, mussten wir den Platz wechseln. So teilten wir zum Beispiel mit, ob wir mit uns selbst zufrieden sind oder wie das Verhältnis zu unserem Vater ist. Dann haben wir in verschieden Gruppen gearbeitet und u.a. eine „Papa-Maschine“ gebaut, in der wir verschiedene typische „Papa-Sprüche“, z.B: „Du musst was machen aus deinem Leben“ und typische „Papa-Bewegungen“, z.B. so zu sitzen, wie ein „Papa“ das tun würde, imitierten. Als nächstes haben wir uns dem Begriff „Maskulinität“ angenähert. Was kann, darf und soll ein Mann tun? Was wünschen wir uns für die Zukunft zu dem Thema? Wir kamen zum Schluss, dass man zu viele Stereotypen und Erwartungen erfüllen muss, um von der Gesellschaft als „männlich“ angesehen zu werden und dass es allgemein mehr Gleichberechtigung für alle Gender geben sollte!
Nach einer Pause, in der wir das Theatergelände erkundeten oder in der Cafeteria aßen, beschäftigten wir uns mir dem Stück „In my Room“. Mit Figuren aus dem Stück, lustigen, selbst-zusammengestellten Kostümen und viel Spaß erarbeiteten wir uns, wieder in Gruppen, Szenen, in denen wir uns mit Vater- und Sohn Beziehungen beschäftigten. Nach einem Gruppenfoto verließen wir das Theater.
Und dann, am Mittwochabend, schauten wir das Stück. Was soll ich schon sagen? Ein Meisterwerk! Begeistert verließ ich das Theater. Die fünf Schauspieler vermittelten mithilfe von fabelhaften, farbenfrohen Kostümen, interessanten Kulissen, toller Musik und verschiedenen Rollen sehr viele faszinierende Eindrücke. Das Stück über Beziehungen zwischen Söhnen und ihren Vätern war persönlich, intim und nah, obwohl manche Beziehungen eher entfernt waren. Man versinkt in die Welt des Stückes voller Liebe, Leben, Tod, Trauma und Sexualität. Die Gesellschaft wird hinterfragt und man wird unter anderem angeregt über Beziehungen, Maskulinität, Täter und Opfer von Kriegen und das Altwerden nachzudenken. Die ganze Klasse ist aufgestanden und hat geklatscht. Ein unvergesslicher Abend.
Ich weiß nicht, wann du das letzte Mal im Theater warst, aber du solltest es unbedingt jetzt wieder mal machen. Zwar sind die Auftritte von „In My Room“ zumindest für diese Saison vorbei und leider verschlechtert sich die Corona-Lage immer mehr, aber du kannst Theaterauftritte (z.B. vom Maxim-Gorki-Theater) auch, für ein bisschen Eintrittsgeld, streamen. So unterstützt du auch das Theater während der Pandemie :). Schau auf jeden Fall mal auf ein paar Websites von Theatern vorbei.
Yumi Mohr, Klasse 10eu 1